Herstellerinformation der Johann Hillen GmbH zur HAGOS aktuell Kundeninformation 09/2016 vom 08.03.2016

Herstellerinformation der Johann Hillen GmbH zur HAGOS aktuell Kundeninformation 09/2016 vom 08.03.2016

Die HAGOS Kundeninformation zum Thema "Anschluss von Einzelraumfeuerstätten an LAS-Schornsteine " vom 08.03.2016 veranlasst uns zur folgenden Richtigstellung einzelner Passagen dieses Rundschreibens:

 

Aussage 1) 

"Gemäß Musterfeuerungsverordnung § 7 und DIN V 18160-1 dürfen nur raumluftunabhängige Einzelfeuerstätten an Luft-Abgas-Systeme angeschlossen werden"

Das Zitat aus den o. g. Quellen ist korrekt, die Auslegung der Aussage hinsichtlich der Klassifizierung des OSMOTEC LAS-F der Johann Hillen GmbH falsch. Da der OSMOTEC LAS-F sowohl als Luft-Abgas-System als auch als rußbrandbeständiger, dreischaliger Isolierschornstein klassifiziert ist, spricht nichts gegen den Anschluss einer raumluftabhängigen Feuerstätte. Da jedoch in diesem Fall keine raumluftunabhängige Betriebsweise der Feuerstätte und des Abgassystems attestiert werden kann, muss die Verbrennungsluftversorgung der Feuerstätte gemäß FeuVo § 3 sichergestellt sein.

Konkret bedeutet das: Wird eine als raumluftunabhängig zugelassene Feuerstätte an einem OSMOTEC LAS-F betrieben, handelt es sich um einen raumluftunabhängigen Betrieb. Schließt man eine raumluftabhängige Feuerstätte an einem OSMOTEC LAS-F an, arbeitet die Abgasanlage raumluftabhängig, auch wenn eine Verbindung zwischen dem Luftschacht des Abgassystems und dem Zuluftstutzen der Feuerstätte hergestellt wird.

Die Wahl der Feuerstätte entscheidet über die Betriebsweise des Abgassystems.

 

Aussage 2

"Eine Mehrfachbelegung von Feuerstätten für feste Brennstoffe an LAS-Systemen ist nicht zulässig"

Diese Aussage ist falsch. Die Mehrfachbelegung von LAS-Schornsteinen mit bis zu drei raumluftunabhängigen, scheitholzbefeuerten Kaminöfen ist in 2008 und 2009 durch das Fraunhofer Institut Stuttgart geprüft worden. Die Prüfungsergebnisse sind die Grundlage für die 2011 erteilte bauaufsichtliche Zulassung für die Mehrfachbelegung durch das "Deutsche Institut für Bautechnik" in Berlin (Zulassungs-Nr.: Z-7.1-3325).

 

Aussage 3 

"Ein unzureichend gedämmter Zuluftschacht kann durch Wärmeabgabe der Abgase soweit erwärmt werden, dass ein aufgebauter Schornsteinzug zum Erliegen kommen kann. Insbesondere bei konzentrischen Rohr-in-Rohr Anlagen ist dies nicht auszuschließen"

Im Bezug auf den OSMOTEC LAS-F ist diese Aussage falsch. LAS-Systeme und deren Komponenten sind durch den TÜV Süd und das Frauenhofer Institut geprüft und durch das DIBt zugelassen worden. Insbesondere die Ermittlung der Verbrennungslufttemperatur im Ringspalt von konzentrischen LAS-Systemen war Gegenstand dieser Prüfungen. Es wurden zu keinem Zeitpunkt Ringspalttemperaturen ermittelt, die die Verbrennungsluftversorgung der Feuerstätten negativ beeinflussen könnten. Die Ver- und Anwendbarkeit von konzentrischen Luft-Abgas-Systemen ist durch die DIBt-Zulassung nachgewiesen und nicht in Frage zu stellen.

 

Aussage 4

"Keine raumluftabhängigen Feuerstätten an LAS-Schornsteine anschließen. Diese Konstellation ist gegenwärtig durch keine Norm, Verordnung oder Gesetzmäßigkeit geregelt"

Diese Aussage ist bezogen auf den OSMOTEC LAS-F falsch. Der Anschluss raumluftabhängiger Feuerstätten an einen OSMOTEC LAS-F bedarf keiner normativen Vorgabe oder Verordnung. Wird eine raumluftabhängige Feuerstätte an einen OSMOTEC LAS-F angeschlossen, gelten die Vorgaben der FeuVo und der DIN 18160-1 für rußbrandbeständige, dreischalige Isolierschornsteine. Da der OSMOTEC LAS-F auf Grund seiner universellen Verwendbarkeit gemäß EN 13063-1, 2 und 3* klassifiziert ist, entscheidet einzig die Wahl der Feuerstätte über die Betriebsweise des Systems.

Es handelt sich hierbei somit nicht um eine „Zulassungslücke“, sondern um die technisch bedingte Tatsache, dass ein und dasselbe Produkt mehrere Funktionen bereithält. Die Produkt-eigenschaften, die zum Erfüllen der jeweiligen Norm führen, führen nicht zum gegenseitigen Ausschluss.

 

Auf weitere Punkte dieses Beitrages möchten wir zu Zeit noch nicht eingehen, da wir abwarten wollen, bis aktuelle Prüfungen unseren Argumentationshintergrund weiter unterstützen.

Allgemein sei jedoch noch erwähnt, dass solchen Veröffentlichungen der Komplexität der technischen und normativen Hintergründe nicht gerecht werden. Dem Herausgeber bieten wir an, sich vor Veröffentlichung eine solchen Textes mit der betroffenen Industrie abzustimmen.

 

 

 

 

* EN 13063-1 System-Abgasanlagen mit Keramik-Innenrohren

Anforderungen und Prüfungen für Rußbrandbeständigkeit

EN 13063-2 System-Abgasanlagen mit Keramik-Innenrohren

Anforderungen und Prüfungen für feuchte Betriebsweise

EN 13063-3 System-Abgasanlagen mit Keramik-Innenrohren

Anforderungen und Prüfungen für Luft-Abgasleitungen

 

 

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