Fachbegriffe aus der Schornsteintechnik

Fachbegriffe aus der Schornsteintechnik

Abgasleitung

Die Abgasleitung führt Abgase von Feuerstätten ab, die aufgrund niedriger Temperaturen (Niedertemperatur- bzw. Brennwerttechnik) mit Hilfe eines Gebläses im Überdruck gefördert werden müssen, da der natürliche Auftrieb zu gering ist. Abgasleitungen sind stets gasdicht auszuführen. Im Abgas enthaltene Feuchtigkeit kondensiert aufgrund der geringen Temperatur bereits in der Abgasleitung, weshalb diese feuchteunempfindlich sein muss. In der Regel sind Abgasleitungen zweischalig ausgeführt.

Feuchteunempfindlichkeit

Hierunter fallen alle Abgasanlagen, die geeignet sind für feuchte/nasse Betriebsweise (s. auch Kondensatbeständigkeitsklasse). Das Innenrohr feuchteunempfindlicher Abgasanlagen muss dicht genug sein, so dass anfallendes Kondensat nicht durch die Rohrwand hindurch diffundieren kann. Alternativ erfordert die Innenrohrsäule eine Hinterlüftung, durch die Feuchtigkeit auf der Rohraußenseite abgeführt werden kann.

Feuerwiderstandsklasse

Die Feuerwiderstandsklasse Lzz gibt die Zeitspanne (Feuerwiderstandsdauer) in zz Minuten an, der die Abgasanlage bei Brandbeanspruchung widersteht. Feuerbeständige Anlagen sind durch eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten gekennzeichnet (L90).

Gasdichtheitsklasse (Druckklasse)

Die Gasdichtheitsklasse (Druckklasse) gibt an, für welche Betriebsweise die Abgasanlage geeignet ist. Die Unterdruckklassen N1 und N2 kommen bei konventionellen Feuerstätten, die mit Öl, Gas oder Festbrennstoffen betrieben werden, zum Einsatz. Die Überdruckklassen P1 und P2 findet man bei Niedertemperatur- und Brennwerttechnik (Öl, Gas). Die Hochdruckklassen H1 und H2 sind im Hausschornsteinbau unüblich. Sie treten z.B. bei Blockheizkraftwerken auf.

Hausschornstein

Der Hausschornstein umfasst alle Schornsteine, die im privaten Wohnhausbau Verwendung finden. Hierzu zählen insbesondere dreischalige ( Isolierschornstein) und zweischalige Schornsteine. Der Begriff grenzt die Schornsteine an häuslichen Feuerstätten von den Industrie- und Kraftwerksanlagen ab, die in der Regel höher sind und einen größeren Querschnitt besitzen.

Hinterlüftung

Das bei feuchteunempfindlichen Abgasanlagen eventuell durch die Rohrwand diffundierende Kondensat wird bei hinterlüfteten Anlagen durch einen Ringspalt zwischen Rohr und Mantelstein nach außen abgeführt. So lässt sich verhindern, dass Feuchtigkeit durch den Mantelstein ins Mauerwerk zieht und im Wohnraum Feuchteschäden verursacht.

Innenrohr

Das Innenrohr einer Abgasanlage ist die abgasführende Schale. Je nach Zusammensetzung der Abgase werden unterschiedliche Anforderungen an das Innenrohr gestellt. Es kann rußbrandbeständig, feuchteunempfindlich oder beides zugleich sein (W3G). In jedem Fall ist die Oberfläche strömungsoptimiert, säurebeständig, bietet einen hohen Kehrwiderstand, usw. Keramische Innenrohre tragen das CE-Zeichen nach DIN EN 1457-1.

Isolierschornstein

Hierunter versteht man den traditionellen Schornstein, der auch dreischaliger (Haus-)Schornstein genannt wird. Er besteht im Innern aus der abgasführenden Innenschale (Rohr), einer darum angeordneten Wärmedämmung sowie einer mineralischen Außenschale (Mantelstein).

Isostatisch gepresste Kaminrohre

Isostatisch gepresste Kaminrohre werden aus einem besonderen (Ton-)Granulat durch hohen Druck von über 600 bar gepresst. Dabei entstehen dünnwandige, leichte Muffenrohre, die auch nach einem Rußbrand noch feuchteunempfindlich sind. Diese Eigenschaften werden erreicht durch die perfekte Abstimmung von Rohstoff, Presse und Brennaggregat. Isostatische Rohre sind nur in rundem Querschnitt lieferbar.

Kondensatbeständigkeit

Der Begriff differenziert Abgasanlagen danach, wie viel Feuchtigkeit aus dem Abgas bereits in der Abgasanlage (Schornstein oder Abgasleitung) kondensiert. Bei Feuerstätten mit höheren Temperaturen ist der thermische Auftrieb so hoch, dass es planmäßig nicht zu einem Ausfall von Kondensat innerhalb des Schornsteins kommt. Hier spricht man von trockener Betriebsweise (Kennzeichnung „D“). Sind die Abgastemperaturen hingegen niedriger und kommen Brennstoffe wie Öl oder Gas zum Einsatz, so wird bei Unterschreiten des Taupunkts innerhalb der Abgasanlage stets Kondensat anfallen, das als Wasser auf der Innenwand des abgasführenden Innenrohres hinunter läuft. Die Abgasanlage wird dann in der sog. feuchten/nassen Betriebsweise (Kennzeichnung „W“) betrieben.

Luft-Abgas-Schornstein f. Festbrennstoff

Festbrennstofffeuerstätten (z.B. Kachelöfen, Kaminöfen, etc.), bei denen die Verbrennungsluft nicht aus dem Aufstellraum der Feuerstätte entnommen wird erfordern einen Schornstein, der in raumluftunabhängiger Betriebsweise (s. dort) betrieben wird. Bei offener Bauweise des Gebäudes können so gefährliche Wechselwirkungen zwischen z.B. einer Dunstabzugshaube am Herd und dem Kaminofen im Wohnzimmer vermieden werden.

Luft-Abgas-System (LAS)

Bei Luft-Abgas-Systemen wird die Verbrennungsluft nicht dem Aufstellraum der Feuerstätte entnommen, sondern aus der Umgebung des Gebäudes direkt eingeführt. Die Abgasanlage wird in raumluftunabhängiger Betriebsweise (s. dort) betrieben.

Mantelstein

Moderne Abgasanlagen bestehen aus zwei oder drei Schichten (Schalen). Die Außenschale bildet ein in der Regel mineralischer Formstein, der optimal auf die Aufnahme der inneren Schale(n) abgestimmt ist. Mantelsteine tragen heute das CE-Zeichen nach DIN EN 12 446-1.

Nennbetriebstemperatur

Die Nennbetriebstemperatur ist die im Betrieb der Feuerstätte bei Nennleistung erzielte durchschnittliche Abgastemperatur.

Plastisch gepresste Kaminrohre

Plastisch gepresste Kaminrohre sind in Nut-Feder-Verbindung ausgeführt. Sie sind in runder und quadratischer Ausführung erhältlich. Sie entstehen aus plastisch formbarer Masse in Extruderpressen.


 
 
 

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