Einschalige Schornsteine - Finger Weg!

Was versteht man unter „Einschaligen Schornsteinen“?

Als „Einschalige Schornsteine“ bezeichnet man Schornsteine, die kein innenliegendes Schamotterohr und keine Dämmung besitzen. Diese Art Schornstein wird aus Leichtbeton-Formstücken mit 10 cm Wandstärke aufgemauert. Die Bauart stammt noch aus den 1970/80-er Jahren und entspricht schon lange nicht mehr dem heutigen Stand der Abgastechnik.
Es gibt viele Argumente, die gegen einschalige Schornsteine sprechen, aber kein einziges, welches für diese Bauart spricht. Beginnen wir mit der Frage der Eignung. Für welche Art von Feuerstätten ist der Beton-Schornstein geeignet?
  • Gas- und Ölfeuerstätten können an dem Einschaligen nicht betrieben werden, da diese Brennstoffe im Abgaszug Kondensate produzieren. Für aggressive Kondensate und anfallende Feuchtigkeit ist der Einschalige völlig ungeeignet. Hinzu kommt, dass Einschalige meist mit großen lichten Innenmaßen gefertigt werden. Störungen beim Betrieb der Feuerstätte und die Versottung des Schornsteins sind da schon vorprogrammiert.

  • Wasserführende Kaminöfen und Heizeinsätze erzeugen Abgastemperaturen, die beim Eintritt in den Schornstein noch nicht zum Kondensatanfall neigen. Aber auf ihrem Weg zur Mündung verlieren die Abgase auf Grund der fehlenden Dämmung und bei niedrigen Außentemperaturen derart an Temperatur, dass diese am Schornsteinkopf unter den Wasserdampftaupunkt fällt. Die Folge ist die Versottung des oberen Schornsteinabschnitts.

  • Pelletöfen arbeiten ebenfalls mit niedrigen Abgastemperaturen. Darüber hinaus empfiehlt der ZIV für Pellet-Feuerstätten System-Abgasanlagen, die W3G klassifiziert sind. Das heißt, ein Schornstein für die Verfeuerung von Pellets muss rußbrandbeständig und feuchteunempfindlich sein. Eine Klassifizierung, die mit einem Beton-Schornstein niemals erreicht werden kann.

  • Grundöfen weisen Abgaszüge auf, die in der Feuerstätte mehrfach umgeleitet werden um die Wärme des Abgases zu nutzen. Die daraus resultierende Absenkung der Temperatur beim Eintritt in den Schornstein führt bei ungünstigen Rahmenbedingungen zu Feuchteanfall.

  • Kamin- und Kachelöfen erzeugen bei unsachgemäßer Handhabung  in der Spitze Abgastemperaturen über 400°. Temperaturwechsel vom kalten Zustand zu hohen Abgastemperaturen können bei Einschaligen zur Rissbildung führen. Bedingt durch das fehlende Schamotterohr im Innern ist es möglich, dass  durch die Risse Abgase in bewohnte Räume gelangen. Risse, die sich einmal gebildet haben, lassen sich nicht mehr dauerhaft verschließen. Sie treten immer wieder an derselben Stelle auf. Im schlimmsten Fall kann bei einem Rußbrand im Schornstein durch die Rissbildung ein Gebäudebrand verursacht werden. Dass der raumluftunabhängige Betrieb von Feuerstätten mit einem einschaligen Schornstein ausgeschlossen ist, muss hier nicht extra erwähnt werden.

Unabhängig von der Eignung der Feuerstätte, die angeschlossen werden soll, muss noch erwähnt werden, dass einschalige Schornsteine, die an der Außenwand des Gebäudes errichtet werden, unter Umständen schlecht „ziehen“. Schornsteine arbeiten immer im Unterdruck und der stellt sich erst ein, wenn der Schornstein „warm“ ist. Der Beton-Schornstein an der Außenwand stellt bei niedrigen Außentemperaturen eine große Masse dar, die erwärmt werden muss. Das kann sich nachteilig auf das Zugverhalten auswirken.

Abschließend muss man feststellen, dass die Beton-Innenwand des Schornsteins für den Kontakt mit aggressiven Abgasen und Säuren, die bei der Verbrennung von Festbrennstoffen entstehen, denkbar ungeeignet ist. Dadurch ist bei Beton-Schornsteinen, anders als bei Schamotte, mit abrasiven Verschleißerscheinungen, auch bedingt durch die Kehrarbeiten des Schornsteinfegers zu rechnen.

Fazit: Der einschalige Leichtbetonschornstein, der übrigens alles andere als leicht ist, bietet dem Kunden keinen Vorteil. Noch nicht mal einen Preisvorteil, da dreischalige Isolierschornsteine heutzutage unwesentlich mehr kosten. Der Einbau eines Einschaligen bietet keine Perspektive für die Zukunft und birgt für den Betreiber große Risiken, was Funktion und Sicherheit des Schornsteins angeht. Der Argumentation, dass der Beton-Schornstein früher doch auch genügt hätte um einen Ofen zu betreiben, können wir nicht folgen. Es kann nicht sein, dass moderne Feuerstätten, die dem heutigen Stand der Technik entsprechen, an einem Schornstein von vorgestern betrieben werden.

 

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